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Women's
Cooperation International |
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Kamerun |
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Kamerun
Women's Cooperation International arbeitet im Nordwesten Kameruns mit der Buwofag - einer Farmerinnen Cooperative in Bali, Mantum und Ndzah zusammen. Gründerin und Präsidentin dieser Cooperative, die mittlerweile einige hundert Frauen vereinigt, ist Rebecca Yuga.
Seit Oktober 2007 bezahlte Women's Cooperation International den Farmerinnen in Bali das Gehalt eines Lehrers, der sie in Feldanbau unterwies.
Erste Erfolge der Farmerinnen zeichnen sich darin ab, dass sie bereits ihre Früchte auf den Märkten verkaufen und Einnahmen erzielen können.
Die Vereinbarung zwischen Buwofag und Women's Cooperation hätte im März 2009 geendet.
Deshalb im Februar 2009 der Besuch bei den Frauen, um sich einerseits von den Lernerfolgen zu überzeugen, andererseits über die grössten Notwendigkeiten der Frauen zu informieren, sozusagen mit eigenen Augen zu sehen und zu entscheiden, ob weitere Hilfe seitens WCI gegeben wird.
Und wir fanden ganz starke Persönlichkeiten vor, Frauen, die in unglaublichem körperlichen Einsatz die Felder bestellen, die viele Kinder bekommen und die in einer Armut leben, die für uns Frauen hier in Europa schier unvorstellbar ist. Jedwede - auch körperliche - Arbeit ist von den Frauen zu erbringen.
Es bedurfte keinerlei Überzeugungsarbeit der Frauen. Wir sahen selbst und unmittelbar, wie dringend unsere Hilfe gebraucht wird. (Hier nur soviel: sie haben kein Geld, um sich ein Schulheft, geschweige ein Buch zu kaufen.)
Fast alle Frauen der Cooperative sind Analphabetinnen.
Die Aussage der Frauen, dass sie so gerne Lesen, Schreiben und Rechnen lernen möchten, da sie ihren Kindern bei den Aufgaben nicht helfen können und nicht in der Lage sind, auf den Märkten ihre Ware zu guten Preisen zu verkaufen, da sie nicht rechnen können, hat uns besonders berührt.
Nie in ihrem Leben hatten sie die Möglichkeit, eine Schule zu besuchen, da Frauen nicht in die Schule geschickt wurden/werden. Es ist Schulgeld zu zahlen und sie müssen am Feld arbeiten. Umsomehr ist der starke Wille der Frauen - die in den verschiedensten Altersgruppen sind - zu lernen, zu würdigen.
In Kürze eine Zusammenfassung jener Massnahmen, die Women's Cooperation International für die Frauen in Bali, Mantum und Ndzah erbringen konnte:
Im Dorf namens "Bali":
WCI bezahlt den Frauen den Lehrer für ein weiteres Jahr
WCI bezahlt den Frauen einmal im Monat (für ein Jahr) einen "Vetenarian" - der sie über die richtige Tierhaltung unterrichten wird (Schweine und alle anderen Tiere gehen in den Lehmhütten ein und aus und übertragen so Krankheiten)
WCI bezahlt den Frauen für ein Jahr einen Arzt aus einem nahegelegenen Krankenhaus, der ihnen Unterricht erteilt, wie Krankheiten zu vermeiden sind (besonders bei Babies).
WCI bezahlt den Frauen eine Lehrerin, die sie - das war ein besonders intensiver Wunsch -
in Sticken und Stricken unterrichtet - so können sie selbst für ihre Babies die Sachen stricken und somit Geld sparen etc.
WCI übernimmt für ein Jahr die Miete des Lehmhauses, das dem Unterricht dient.
WCI bezahlt den Frauen 6 Pakete Fertilizer, der für den Anbau der Feldfrüchte benötigt wird und für die Frauen schier unleistbar ist.
WCI übernimmt die Kosten für 20 Stück Stühle für die "Schule", ausserdem haben wir den Frauen als besonderes Geschenk für den Beginn des Strick- und Stickunterrichts einen grossen Packen Wolle übergeben können, weiters Bälle, Landkarten, Hefte, Bücher, Gieskannen, zwei two-wheel-trucks für den Wassertransport und sechs Plastikfässer, ebenfalls für den Wassertransport, denn bisher mussten die Frauen weite Strecken mit kleinen, undichten Kübeln gehen …
Im Dorf namens Ndzah - das zur Cooperative gehört und sich ganz oben auf einem Berg befndet:
WCI bezahlt den Frauen, die erst mit dem Unterricht in Lesen, Schreiben, Rechnen beginnen, zwei Lehrer für ein Jahr
WCI bezahlt ebenfalls einen Vetenarian, der hilft, die Übertragung von Krankheiten durch Tiere zu verhindern.
WCI bezahlt auch für die Frauen in Ndzah den heissbegehrten und unleistbaren Fertilizer sowie die Reparatur von Schulbänken der Kinder (die auch von den Frauen benutzt werden), die durch einen Orkan kaputtgegangen sind.
WCI hat selbstverständlich auch den Frauen in Ndzah die Grundausstattung von Schulheften, Schulbüchern, Bleistiften, Radiergummis, Landkarten u.v.a.m. zur Verfügung gestellt.
Eine Sprecherin der Frauen in Ndzah betonte ausdrücklich, wie sehr sie sich freuen, endlich (!) die Möglichkeit zu haben, Lesen, Schreiben und Rechnen zu lernen und sie werden diese - auch wenn sie soviel Feldarbeit zu erledigen haben - nutzen.
Das Dorf namens Mantum
kam erst vor kurzer Zeit zur Cooperative. Aber der Wunsch der Frauen, auch Lesen, Schreiben und Rechnen zu lernen, ist stark vorhanden.
So zahlt WCI zunächst für ein Jahr einen Lehrer, der die Frauen unterrichten wird.
Für alle drei Dörfer gilt, dass nach einem Jahr der Erfolg des Unterrichts (und die Teilnahme der Frauen daran) überprüft werden wird.
Ein weiteres Engagement durch WCI hängt somit von den Erfolgen der Frauen ab.
Grundsätzlich aber konnte dem Argument der Frauen in der Cooperative, dass sie nach spätestens zwei Jahren Unterricht und verbesserten Möglichkeit des Ackerbaues (siehe two-wheel-truck, siehe Wasserfässer und Fertilizer) sich in der Lage sehen werden, durch vermehrte Einnahmen selbst den Lehrer finanzieren zu können, einiges abgewonnen werden.
Women's Cooperation International initiierte und finanzierte zum Abschluss all dieser gesetzten Aktivitäten ein Fest für die Frauen. Es kamen mehr als 200 - erstmals trafen sich anlässlich dieses Festes alle Frauen der Cooperative. Es war erstaunlich für uns, dass die Frauen einander nicht kannten. Umsomehr hat diese Initiative zum Erfolg für die Buwofag-Cooperative beigetragen, da am Tag des Festes einige Frauen kamen und fragten, ob sie auch am Unterricht teilnehmen dürfen bzw. sich der Cooperative anschliessen können.
Ganz nebenbei:
Wir haben den Frauen auch Bälle gekauft - sechs Stück insgesamt - und allein die Freude an diesen Bällen: wir hier in Europa können sie uns nicht vorstellen!
Gleiches gilt für die Tasche voll mit Kugelschreibern und Feuerzeugen, die wir ihnen aus Wien mitgebracht hatten. Danke allen, die dazu beigetragen haben.
Das alles war im Februar 2009
Inzwischen lernen die Frauen eifrig lesen, rechnen und schreiben (siehe Fotos).
Ich war sehr beeindruckt von dem überaus grossen Eifer der Frauen. Wie stolz sie sind, jetzt endlich auch lernen zu "dürfen".
Im November 2009 besuchte ich wieder die Frauen in Ndzah, Bali und Mantum, denn:
dank der finanziellen Unterstützung der Stadt Wien konnte mit dem Bau des Lernzentrums für die Frauen in Bali begonnen werden.
Das Grundstück war vorhanden, ebenso ein Bauplan und eine Kostenschätzung.
Nach der Zusage der Abteilung für Auslandsbeziehungen der Stadt Wien, die Kosten für dieses Frauenzentrum zu übernehmen, konnte also mit dem Bau begonnen werden.
Es begannen aufreibende und schwierige Verhandlungen. Vertragsabschlüsse, Einholung von Offerten, Diskussionen über Diskussionen. Mit dem Ziel, die veranschlagten Baukosten zu reduzieren.
Dies gelang schlussendlich und am 20.11.2009 konnte in Anwesenheit der Vizebürgermeisterin (!) von Bali und einer hohen Repräsentantin der Regierung der Grundstein gelegt werden (siehe Fotos).
Und nachdem die ursprünglich veranschlagten Baukosten gesenkt werden konnten, wurde es - einerseits durch die Einsparung, andererseits durch den Verkauf unserer "Hendlaktien" zu Weihnachten 2009 und der Unterstützung von zahlreichen FreundInnen unseres Vereins -möglich, eine zweite Farm für und mit 1.000 Hühner zu finanzieren:
diese wurde 2010 in Mantum, der zweiten Ortschaft, deren Frauen sich der Cooperative der Bawufag-Farmerinnen-Gruppe angeschlossen haben, gebaut.
Die Frauen selbst haben die " Bricks" auch für diesen Hühnerstall gefertigt: aus dem in der Ortschaft reichlich vorkommenden Lehm, der in eine Form gebracht und anschliessend in der Sonne getrocknet wird. Eine durchaus übliche Bauweise in Kamerun.
2.500 Stück in etwa wurden für eine Hühnerfarm benötigt. 5.000 Stück also. Viel und schwere körperliche Arbeit, die von den Frauen erbracht wurde.
Im November 2010 konnten demnach den Frauen übergeben werden:
. das von der Stadt Wien finanzierte und von der "Women's Cooperation" realisierte Frauenzentrum in Bali,
. ein Stall für und mit 1.000 Küken in Mantum
. ein Stall für und mit 1.000 Küken in Nzah.
siehe Fotos
Somit ist sichergestellt, dass die Frauen nicht nur eine adäquate Ausbildungsstätte in Bali, sondern auch zwei Einnahmequellen durch den Verkauf der Hühner in Mantum und Nzah haben.
Aber ein Besuch in Kamerun bringt immer wieder neue Erlebnisse:
Bei der Eröffnung und Übergabe des Frauenzentrums und der Hühnerställe brachten 40 Frauen aus Bambui, einer Ortschaft inmitten der Berge im Norden des Landes, die Bitte vor, auch Lesen und Schreiben lernen zu wollen.
Nach kurzem Nachdenken, ob wohl die Freunde in Wien wieder helfen werden …. wurde beschlossen, diesem Ansuchen nachzukommen:
So wurde noch während des Aufenthaltes in Kamerun auch in Bambui eine Klasse für 40 Frauen eingerichtet: dort lernen sie seit Dezember 2010 das Lesen, das Schreiben, das Rechnen und auch: die Uhr zu lesen!
Für ein Jahr - also bis Ende 2011 - hat "Women's Cooperation International" die Patronanz für diese Klasse übernommen.
Und wenn die Frauen gute Fortschritte machen und unsere FreundInnen weiter helfen, werden wir diese Patronanz hoffentlich verlängern können.
Somit gibt es also seit 2010 bereits vier Wirkungsstätten in Kamerun:
. in Bali
. in Mantum
. in Nzah
. in Bambui.
2009-2011:
Die Biobauern Alfons Piatti und Peter Krischke wurden auf die Aktivitäten von "Women's Cooperation International" in Kamerun aufmerksam.
Sie entschlossen sich, die Frauen der "Bawufag" ebenfalls zu unterstützen und seit nunmehr
zwei Jahren reisen sie zu den Frauen und unterstützen sie mit Vorträgen und Diskussionen -
die von Frau zu Frau weitergegeben werden - wie mit möglichst einfachen und bodenständigen Mitteln die Bodenfruchtbarkeit zu verbessern ist (z.B. durch Kompostierung).
Der sehr teure (und leider immer noch "beliebte") Kunstdünger kann so ein wenig minimiert werden. Denn: Die Hoffnung stirbt zuletzt. Und: schön, wenn Projekte so wachsen.
Wenn Sie Informationen über diese Aktivitäten möchten:
peterkrischke@dre.at oder alfons@piatti.at
Fotos:
. Zu den Fotos
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