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Women's Cooperation International

Kenia

Mwakuni in den Taita Hills in Kenia
Eine einmalige Intervention von Women’s Cooperation International

Wie es begann: Eine Freundin, mit einem Mann aus den Taita-Hills in Kenia verheiratet, erzählte von den Frauen in Mwakuni. Von ihrer Betroffenheit. Von ihrem Gefühl der Hilflosigkeit. Von dem absoluten Nichts, vor dem die Frauen stehen. So begann unser Projekt in den Taita Hills.

Die Geschichte von Mwakuni

Mwakuni liegt in der prachtvollen, naturbelassenen und vegetationsreichen Bergkette der „Taita-Hills“ und entstand vor rund 80 Jahren, nachdem die Dorfältesten beschlossen hatten, in das geschützte Berggebiet abzuwandern. Bis dahin lebten die Bewohner über mehrere Generationen am Fusse der „Taita-Hills“. Wann immer die Menschen dort mit der Landwirtschaft „Ertrag“ einfuhren, wurden sie überfallen, ausgeraubt und vertrieben. So entstand die Siedlung „Mwakuni“ in rund 2.200 m Höhe, zu der im Laufe der Jahre auch eine Sandstrasse angelegt wurde.
1997 kam es zu der El-Nino-Katastrophe, bei der durch monatelang anhaltende schwere Regenfälle die Strasse, ein Teil der Häuser und ein Grossteil der Ernte vernichtet wurde.
Alles zum Leben Notwendige muss seit diesen Ereignissen von den Menschen zu Fuss den Berg hinaufgetragen werden. Seit damals bemühen sich „die Vergessenen“ – wie sich die Bevölkerung von Mwakuni selbst bezeichnet – wieder um menschenwürdige Zustände - mit grösster persönlicher Anstrengung, ohne jegliche finanzielle Mittel.
Zum jetzigen Zeitpunkt leben in Mwakuni rund 70 Kinder, 70 Frauen und 30 Männer.
Trotz allem ist der Wille der Einwohner ungebrochen. Sie bilden eine bunte, liebenswerte, der Situation trotzende und zusammenhaltende Gemeinschaft. Besonders die Frauen sind von einer beeindruckenden Kraft und es ist besonders für uns aus dem reichen Europa unendlich beeindruckend, wie sie mit dem wahnsinnig wenigen, das sie haben, zurechtkommen und leben können.
Ihr Leben besteht aus nichts anderem als dem Abdecken der notwendigen Bedürfnisse wie essen und wohnen. Es fehlt an allem. An Bekleidung. An Arbeitsmaterialien für die Feldbestellung. An Samen zum Anbau. An Essen. An Milch für die Kinder.

Realisierte Massnahmen durch Women’s Cooperation

24 Frauen von Mwakuni haben sich zu einem Kreis zusammengeschlossen. Sie nennen sich „Upendo Women’s Group“ (Upendo=Glück) und haben begonnen, im Selbsthilfeverfahren in eine gemeinsame Kasse einzuzahlen – pro Frau pro Monat 10 Kenia-Shilling – was 0,10 Euro entspricht. Da in Kenia die Preise nicht sehr niedrig sind, ist offenkundig, dass sehr sehr lange gespart werden muss, um Anschaffungen wie gemeinsame Werkzeuge etc. zu tätigen. Aber immerhin ist das gemeinsame Bemühen vorhanden.
Wir begannen unsere Unterstützungsaktion mit einem gemeinsamen Gespräch mit den 24 Frauen. Dazu hatten wir Unterlagen vorbereitet und die Frauen in der Folge gebeten, Prioritäten zu setzen: welche Dinge benötigen sie. Welche am dringendsten.
Nach diesem Treffen kristallisierten sich ganz klar folgende dringenden Notwendigkeiten heraus:

1.) Milchziegen – damit die Kinder Milch bekommen können
2.) einen Stall für diese Ziegen
3.) die Instandsetzung der Schule
4.) Anschaffung von Werkzeugen für den Ackerbau
5.) Kauf von Samen zur Aussaat und in der Folge zur Ernährung (Mais, Bohnen, Tomaten, Zwiebeln)
6.) Wiederinstandsetzung der Strasse.

In der Folge wurden mit den Frauen Verantwortlichkeiten für die einzelnen Anschaffungen festgelegt, Termine vereinbart, Listen der Notwendigkeiten und Kalkulationen erstellt etc.
Nach Einholen sämtlicher Preise und deren Vergleich mit verschiedenen Anbietern in Voi, der nächstgelegenen grösseren Gemeinde, kristallisierte sich heraus, dass durch Spenden bei „Women’s Cooperation International“ glücklicherweise genügend Geld eingegangen ist, um den notwendigsten Anforderungen entsprechen zu können.

Somit begannen wir schon am nächsten Tag – in nicht schilderbaren Aktionen – die Materialien zu kaufen und bereits zwei Tage später wurde sämtliches Material, das zum Bau eines Ziegenstalles notwendig ist (incl. Zement), von den Frauen den Berg hinaufgetragen. Eine Woche später war der Ziegenstall fertig.

Als nächstes wurden Ziegen gekauft. Milchziegen. Die begehrt und nicht einfach zu haben sind. Lange Wege und viele Verhandlungen waren dafür notwendig. Aber: Am Ende unseres Aufenthaltes hatten wir 7 Ziegen (2 Ziegenböcke, 5 Milchziegen). Sie konnten in den bereits fertigen Stall einziehen und bilden somit eine Grundlage für eine Zucht und die Garantie, genügend Milch für die Kinder zu haben.

Auch der Kauf der Arbeitsgeräte (Hacken, Macheten, Schaufeln etc.) war spannend, aufregend, mühsam. Es wurden Preisvergleiche angestellt, Diskonte verhandelt, gekauft, und alles von den Frauen mühsam den Berg hinaufgetragen.

Für den Kauf der Samen mussten wir nach Wundanyi fahren. Einer Stadt, die auf etwa 2.000 Höhenmeter liegt. Der Kauf der Samen in Wundanyi schien den Frauen besonders wichtig. Als Argument wurde vorgebracht, dass dieser Ort fast auf der gleichen Höhe liegt wie ihr Dorf Mwakuni, weshalb der Samen besonders gut ist. Der Samen, der aus der Ebene kommt, könnte auf 2.200 m nicht so gut gedeihen. (Als ich auf der Packung der Tomaten-Samen und der Zwiebel-Samen den Vermerk „Produced in Holland“ sah, lächelte ich nur für mich ganz alleine…) Aber immerhin: wir kauften 50 kg Mais-Samen, 30 kg Bohnen-Samen – und wieder mussten die Frauen alles am Kopf den Berg hinauftragen …

Die Besorgung all dieser Dinge war aufregend und spannend – alle Verantwortlichkeiten wurden von den Frauen – wie in unserer ersten gemeinsamen Besprechung vereinbart – präzise wahrgenommen und die Freude war unendlich.

Am letzten Tag unseres Aufenthaltes trafen wir nochmals alle zusammen und zogen Resumee. Aus der gemeinsam erstellten Liste waren – bis auf zwei - alle Punkte erledigt und umgesetzt. Offen blieben: die (Wieder-) Instandsetzung der Schule und die Wiederinstandsetzung der Strasse.

Die (Wieder-) Instandsetzung der Schule wurde von einem Freund, Christian Kirchmair, der ebenfalls nach Mwakuni kam in Eigenverantwortung übernommen. Unter www.people-together.com können Sie sich darüber informieren.

Die Wiederinstandsetzung der Strasse: Obwohl von den Frauen berichtet wurde, dass für die Wiederinstandsetzung der Strasse die Zusage der Regierung vorhanden sei, dass Maschinen etc. kostenlos zur Verfügung gestellt würden und „nur“ das Geld für Benzin offen sei, schien uns dieses Anliegen zwar verständlich aber im Umfang zu gross bzw. unrealistisch. Dies wurde unsererseits ganz offen den Frauen am letzten Tag mitgeteilt.

Zusammenfassung: Es war unvergesslich, welche Freude bei den Frauen zu spüren war.
Und es war ein wichtiger Lernprozess für uns Europäer, dass mit persönlichem Einsatz und mit Spendengeldern (z.B.von einigen Freunden, die auf ein Abendessen in einem Restaurant verzichtet haben) bessere Lebensbedingungen für die Menschen in Mwakuni geschaffen werden konnten.
Christian Kirchmayr, der die Schule wieder instand gesetzt hat, brachte uns im Jänner 2007 Fotos mit, auf denen wir sehen konnten, dass der Mais und die Bohnen und die Tomaten ganz wunderbar wachsen und dass es den Ziegen gut geht und die Kinder täglich ihre Milch bekommen können …..

Links:

. Christian Kirchmair - www.people-together.com

Fotos:

. Zu den Fotos